Archiv der Kategorie: Geschichte – Politik – Wirtschaft

Die Ledo-Strasse

Burma, Myanmar, Zweiter Weltkrieg

US Troops kämpfen sich durch den Dschungel von Burma (Myanmar) im Zweiten Weltkrieg.

In jeder aktuellen Kartenausgabe von Myanmar ist sie gross und dick verzeichnet, in Wahrheit existiert sie über weite Strecken nur als Dschungel-Schleichpfad. Die Rede ist von der sogenannten Ledo-Strasse bzw. ‚Burma Road‘, welche von den Alliierten in den letzten Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs als Nachschubstrasse gebaut wurde.

Sie verbindet den Nordosten von Indien mit Zentralburma, von Ledo über Myitkyina bis nach Bhamo. General Stillwell baute in den Jahren 1942-45 mit seinen Truppen unter grossen Mühen und Verlusten diese Verbindungsstrasse von Assam bis nach Südostchina. Doch kaum war die sogenannte Ledo-Strasse durch den Norden Burmas fertig, war der Krieg zu Ende und der Dschungel holte sich die Strasse wieder zurück.

Im Jahre 2003 suchte eine von National Geographic gesponserte Expedition die Überreste der Strasse im äussersten Nordwesten Myanmars, fand aber über weite Strecken nur noch einen Dschungelpfad. Dies berichtete das National Geographic Magazine im November 2003.

US Army in Burma (Myanmar) während des Zweiten Weltkriegs.

US Army in Burma (Myanmar) während des Zweiten Weltkriegs.

Die verrückteste Burma-Reise

Myanmar - Burma. Land of Jade. Book about Burma Myanmar(Myanmar damals) Fast zwei Jahre dauerte sie, die heldenhafte Reise des schwedischen Journalisten Bertil Lintner, welche er in den Jahren 1985 – 87 zusammen mit seiner Frau Hseng Noung, einer gebürtigen Shan-Burmesin, und einem während der Reise geborenen Baby durch Nordburma unternahm. Mehr als 2000 km zu Fuss, mit dem Velo, Jeep und – als die Gesundheit sehr angeschlagen war – auf dem Elefantenrücken legten sie zurück von Nagaland im  Nordwesten Myanmars durch den Kachin-Staat im Norden bis in den Shan-Staat im Osten Burmas, bevor sie nach China ‚auswanderten‘. Als erster Ausländer seit Jahrzehnten in dieser Region dokumentierte er dabei den Kampf der verschiedenen Freiheitsbewegungen in Burma um Unabhängigkeit von der Zentralregierung.

Die Reise ist in seinem Buch ‚Land of Jade: A Journey through Insurgent Burma‘ nachzulesen. Nach der Lektüre des Buches wundert es den Leser nicht, dass Lintner und seine Frau auf die schwarze Liste kamen und von Yangon zur ‚Persona non grata‘ erklärt wurden. Man muss schon sehr entschlossen sein, für seine Ziele Gesundheit (und Leben) zu riskieren, wenn man zu so einer Reise aufbricht.

Heute lebt Lintner mit seiner Familie in Chiang Mai, Nordthailand, und schreibt für verschiedene skandinavische Tageszeitungen. Als in Myanmar nicht erwünschte Person verfolgt er aber trotzdem die spannenden Entwicklungen, die sich derzeit in Myanmar abspielen. Denn ob Myanmar oder Burma: sein Herz ist dort.

EU hebt Sanktionen gegen Myanmar auf

Die Außenminister der EU-Staaten haben am Montag nach ihrem Treffen in Luxemburg beschlossen, alle Sanktionen gegen Myanmar aufzuheben. Eine Ausnahme bilden Waffenlieferungen.

Die EU habe die deutlichen Errungenschaften der Reform in Myanmar verfolgt. In dem im Anschluss an das Treffen veröffentlichten Kommunique begrüßte die EU außerdem die Bemühungen des Landes in der Verwirklichung der Demokratie und Redefreiheit. Darüber hinaus wurden die Korruptionsbekämpfung, der Aufbau des Parlaments sowie die Freilassung politischer Gefangener gewürdigt.

Die Schweiz eröffnet Botschaft in Myanmar

Bern, 01.06.2012 – Im Sommer dieses Jahres wird die Schweiz in Myanmar eine Botschaft eröffnen. Damit will sie einerseits dem grossen Potenzial dieses Landes in wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht gerecht werden. Andererseits trägt der Entscheid der demokratischen Öffnung und dem politischen Wandel nach einem halben Jahrhundert autoritärer Herrschaft Rechnung. Um den laufenden Wandel hin zur Demokratie zu unterstützen, wird auch die Entwicklungszusammenarbeit mit Myanmar verstärkt.

Im vergangenen Jahr hat die Militärregierung von Myanmar die Amtsgeschäfte formal an eine zivile Regierung übertragen. Diese leitete einen politischen Wandel und eine allmähliche Öffnung ein. Damit endet die kompromisslos autoritäre Herrschaft der Militärregierung nach einem halben Jahrhundert. Der Bundesrat hat heute beschlossen, auf den Wandel in Myanmar mit der Eröffnung einer Botschaft zu reagieren. Bislang wurden die Interessen der Schweiz von der Vertretung in Bangkok aus verfolgt.

Neben der Anerkennung der bisherigen demokratischen Fortschritte und der Ermutigung zu weiteren, sprechen solide Interessen für die Eröffnung einer diplomatischen Vertretung. Politisch wird ein demokratisches Myanmar als Land zwischen Indien und China eine geostrategisch zunehmende Bedeutung erlangen. Es verfügt über beachtliche natürliche Ressourcen und hat Aussichten, an den wirtschaftlichen Erfolg vergangener Epochen anzuschliessen – nach seiner Unabhängigkeit 1948 war es das wohlhabendeste Land Südostasiens und galt in den 1950er Jahren als grösster Reisproduzent und –exporteur. Zudem wird erwartungsgemäss die Tourismusbranche massiv anwachsen.

Aus diesen Gründen kann davon ausgegangen werden, dass auch die Präsenz von Schweizer Staatsangehörigen in Myanmar zunehmen wird. Der damit verbundene Betreuungsaufwand ist ein weiteres Argument für die Eröffnung der Botschaft.

Um den laufenden Wandel hin zur Demokratie zu unterstützen, wird die Schweiz auch ihre Entwicklungszusammenarbeit mit Myanmar verstärken. Das Volumen der Entwicklungszusammenarbeit wird im Laufe der folgenden vier Jahre auf rund 25 Mio. CHF erhöht. Vorgesehen ist ein Programm in den Bereichen Landwirtschaft und Ernährungssicherheit sowie Programme in den Bereichen Berufsbildung und Minenräumung.

Zu den 24 Staaten, die derzeit eine Botschaft in Myanmar unterhalten, gehören die USA, Deutschland, Frankreich, UK, Italien, China, Russland und die ASEAN-Staaten. Andere wie Norwegen und Kanada planen, eine Botschaft zu eröffnen. Die neue Schweizer Vertretung in Myanmar wird primär Aufgaben der Interessenswahrung übernehmen. Die konsularischen Dienstleistungen werden nach wie vor vom regionalen Konsularcenter in Bangkok aus erbracht. In die Schweizer Botschaft in Myanmar wird 2013 das Kooperationsbüro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) integriert werden. Aktuell verfügt die Schweiz über ein Programmbüro der Humanitären Hilfe in Rangoon.

Quelle: www.admin.ch