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Myanmars Norden

Myanmars Norden: Himalaya-Ausläufer und Ursprung des Irrawaddy

Myanmars Norden: Denkt man an Myanmar, assoziiert kaum jemand Himalaya-Berge mit diesem Namen. Und dennoch erheben sich die Gipfel im äussersten Norden Burmas bis fast 6000 m. Der höchste Gipfel, der Hkakabo Razi, liegt dabei sehr abgelegen. Alleine das Trekking ins Basislager vom Ende der letzten Jeep-Strasse mehr als 2 Wochen dauert.

Myanmars Norden: Himalaya als Kulisse

Weiter in Myanmars Norden und Westen, an der Grenze zu Nordost-Indien, zwischen den Gebieten der Nagas und Kachin, sind die Berge noch abgelegener. Im Zweiten Weltkrieg bauten die Alliierten unter grossen Mühen und Verlusten eine Verbindungs-strasse. Diese führt durch das Gebiet von Assam über Myitkyina bis nach Mandalay. Doch kaum war die sogenannte Ledo-Strasse durch den Nordwesten Burmas fertig, war der Krieg zu Ende und der Dschungel holte sich die Strasse wieder zurück.

Nördlich von Myitkyina entsteht der Irrawaddy, die Lebensader Burmas, durch den Zusammenfluss der beiden Flüsse Mali Kha und Nmai Kha. Von hier bis zum grossen Irrawaddy-Delta sind es fast 2000 km. Das geplante Myitsone-Staudammprojekt am Oberlauf, welches Strom für China liefern sollte, ist mittlerweile auf Eis gelegt, vielleicht ein Zeichen für die sich verändernden Beziehungen zwischen Myanmar und seinem grossen Nachbarn.

Der Westen Myanmars

Der Westen Myanmars: Rakhine, die Chin-Berge und Naga-Land

Verlässt man das zentrale Tiefland in Richtung Westen Myanmars, beginnen die Chin-Berge, die Heimat der Ethnie der Chin. Von den Tälern des Chindwin-Flusses erheben sich die runden, bewaldeten Hügel bis zu einer Höhe von 3000 m am Mt. Victoria.

Westen Myanmars: Chin Frau mit typischer GesichtstatauierungNur wenige Strassen führen hinein und noch weniger Verbindungswege führen hindurch. Die Berge bilden eine natürliche Grenze zwischen Burma und Bangladesh sowie Indien. Da wundert es nicht, dass diese Region Myanmars auch heute noch für Touristen nur beschränkt zugänglich ist, vom Nationalpark um den Mt. Victoria abgesehen. Doch ein Besuch des Gebietes um Kanpetlet und Mindat lohnt sich unbedingt. Die Bilder der Chin mit den gesichts-tatauierten Frauen bleibt lange in Erinnerung.

Weiter nördlich, von Hormalin und Khamti aus, beginnt das Gebiet der Nagas. Die Naga waren bis ins späte 20. Jahrhundert als letzte Kopfjäger Burmas gefürchtet. Im Zweiten Weltkrieg haben sie an der Seite der Engländer gegen Japan gekämpft. Heute kann man die Naga-Dörfer um die Städte Lahe und Layshi besuchen und die Brust-Tatauierungen der Krieger bewundern. Die Nagas sind berühmt für sehr dekorative und vielfältige Stoffe und Kleider, die zum Naga-Neujahrsfest im Januar zum Einsatz kommen.

Ganz im Westen Myanmars, an der Grenze zu Bangladesh, liegt das alte Rakhine-Reich (Arakan), welches seit mehr als 2000 Jahren durchgehend besiedelt ist. Die buddhistische Religion soll bereits zu Lebzeiten Buddhas hier Fuss gefasst haben. In den letzten Jahrzehnten mehren sich aber die Spannungen mit den moslemischen Einwanderern aus Bangladesh.